21 January 2026

Daten weg, Plan weg: Abstand als Entscheidung

Eine persönliche Geschichte über Datenverlust, inneren Alarm und den Moment, in dem Klarheit wieder führt.

Zertifikat KI-Kompetenz von Elfriede Petraschka – moderne KI-Tools achtsam genutzt


🎧 Audio zu dieser Lebenserfahrung:
Aus diesem Beitrag ist eine Diskussion im Dialogformat entstanden

(ca. 13 Minuten).

Zwei Perspektiven prallen aufeinander:

„Momentum ist alles“ vs. „Heute führt Klarheit“.


Mit der Frage, die im Alltag wirklich zählt:

Was ist jetzt wirklich dran?


Zur Audio-Diskussion:

„Datenverlust & der gefährliche Reparaturreflex“



Der Moment

Der Computer war schon geraume Zeit sehr langsam. Datensicherung dauerte so lange, dass ich sie immer weiter nach hinten schob. Und dann hörte ich, dass man die alte Festplatte auf eine neue Festplatte klonen kann. In mir breitete sich spürbare Erleichterung aus.


Ein Tag Arbeit, ein Tag den PC entbehren, und danach läuft alles wie gewohnt. Das klang nach der ersehnten Leichtigkeit.


Weil keine Rückmeldung kam, rief ich am nächsten Tag an. Ich erwartete einen Abholtermin oder wenigstens ein kurzes „Du kannst ihn holen“.


Stattdessen erhielt ich die Hiobsbotschaft, die mir den Atem

nahm: „Beim Klonen ist etwas schiefgelaufen. Die Daten auf der Quellfestplatte sind leider weg. - Alle.“


Ich hörte diesen Satz, und mein Kopf suchte sofort nach

einem Haken. Nach einer Stelle, an der man das "Missverständnis" auflösen kann. Mein Körper war schneller. Er ging in Starre, als würde jemand kurz den Strom abdrehen.


Nach diesem Schockmoment setzte sofort der Reparaturreflex

ein. Retten. Da gibt es noch eine veraltete Datensicherung, auf die ich zugreifen kann. Sofort lospreschen. Was rekonstruiere ich als erstes? Noch bevor das Ausmaß wirklich im Raum stand.

Und gleichzeitig war da dieses Gefühl, das sich körperlich seeeehr unangenehm anfühlte und sich kaum in Worte fassen lässt. Vielleicht kennst du das: So als ob dir der Boden unter den Füßen weggezogen wird.


Was innen anspringt

Der Reparaturreflex kann beeindrucken. Er macht aus innerer

Starre Bewegung. Er sucht sofort nach einem Hebel, nach einem Schritt, nach

einem Griff, der wieder Halt gibt. In meinem Fall hieß dieser Griff:

Wiederherstellung, Backup, Rekonstruktion, Tempo.


Und er hat oft eine gute Geschichte, weil er schon durch vieles getragen hat.

Nur in solchen Momenten fragt er selten nach dem besten Schritt.

Er fragt nach Entlastung. Er will, dass dieses unangenehme Gefühl endet.

Aktivität wirkt wie ein Pflaster, das kurz hält.


Tempo als Ersatz für Sicherheit

Ich merkte, wie mein System sich an alles klammerte, was nach „Lösung“ klang.

Eine Datei finden. Eine alte Version retten. Irgendeinen Weg zurück.

Und je schneller ich dachte, desto enger wurde mein Blick.


Das Tempo fühlte sich wie Kontrolle an. Und Kontrolle fühlte sich wie Sicherheit an.

Nur war es eher ein Rennbahn, als eine stimmige Richtung.


Drei Wochen zwischen Hoffnung und warten

Dann kam die nächste Aussicht, die wie ein Geländer wirkte.

Es gäbe jemanden, der professionell Daten wiederherstellt, auch für große Unternehmen. Ich hielt mich daran fest, weil diese Idee etwas in mir beruhigte: Da gibt es vielleicht doch eine Tür zurück.


So vergingen drei Wochen. Drei Wochen, in denen jede Nachricht etwas entscheiden konnte.

Drei Wochen, in denen mein Inneres ständig zwischen Aufatmen und Anspannung pendelte.

Hoffnung fühlte sich wie Luft zum Atmen an. Schweigen hingegen zog alles in mir zusammen. Parallel dazu lief das Leben weiter.


Das Handy als Geländer

Ich schaute öfter aufs Handy, als würde dort ein Ausgang erscheinen. Nicht dramatisch, einfach menschlich. Warten bindet Energie, auch wenn man äußerlich ruhig wirkt.


Als am Ende klar war, dass nichts wiederhergestellt werden kann, blieb nur ein älteres Backup. Und ich stand da mit einem Loch, das nicht nur Dateien betraf, sondern Struktur, Vorarbeit und Planung.


Ich hatte vor dem Jahreswechsel viel vorbereitet. Ein analoger Kurs war aufgebaut. Newsletter waren vorbereitet. Blogartikel lagen bereit. Eine digitale Kursstruktur war in Vorbereitung, mit Input, Notizen, Material. Ein großer Teil davon war weg, und mein Blick fiel auf das, was fehlt.

🎧 Audio-Diskussion (ca. 13 Min.)
Wenn du das Thema lieber hörst: Hier vertieft der Dialog die Kerngedanken aus dem Artikel – klar, alltagstauglich, mit einem Mini-Impuls.
  • Warum der Reparaturreflex kurzfristig stabilisiert und langfristig auslaugt
  • Der Wendepunkt in 10 Sekunden: „Heute führt Klarheit“
  • Die reife Reihenfolge: Fundament zuerst, Inhalte danach
Reflexionsfrage: Woran erkennst du den Moment, in dem aus Reaktion wieder Führung entsteht?

Die Pause, die etwas umdreht

In diesem Moment wollte ein Teil von mir sofort nach vorne rennen.

Alles gleichzeitig neu bauen. Alles nachholen. Beweisen, dass ich das trotzdem schaffe.

Ich kenne diesen Anteil in mir, und ich respektiere seine Kraft.


Gleichzeitig merkte ich: Tempo löst den inneren Alarm kaum.

Tempo kann sogar dafür sorgen, dass ich Entscheidungen treffe,

die mich später zusätzlich belasten.


Der Wendepunkt kam nicht als große Erkenntnis. Er kam als innerer Satz, ganz schlicht.


Heute führt Klarheit.


Ich stand auf, ging ein paar Schritte, spürte die Füße am Boden und

gab meinem Nervensystem ein Signal: Hier ist Gegenwart. Hier ist Raum.

Hier treffe ich Entscheidungen.


In meiner kinesiologischen Arbeit nutze ich eine einfache Form von Selbstregulation,

die den inneren Alarm spürbar senkt und den Kopf wieder sortieren lässt.

Genau diese Handgriffe, die ich weitergebe, setzte ich in diesem Moment für mich ein.

Kein Zauber, keine Show, sondern ein zurück zu mir selbst.


Was ist jetzt wirklich dran?

Erst als es innen ruhiger wurde, tauchte eine Frage auf, die vorher keinen Platz hatte.


Was ist jetzt wirklich dran?


Diese Frage verändert die Reihenfolge. Sie bringt Prioritäten zurück.

Sie trennt Dringlichkeit von Wichtigkeit. Und sie gibt Würde zurück,

weil sie Handlungsfähigkeit an Klarheit koppelt.


Was sich danach ordnet

Abstand bringt den Datenstand nicht zurück. Abstand verändert die Perspektive und

damit die Qualität der nächsten Schritte.


Dieser Abstand half mir beim Wahrnehmen dieser 3 wertvollen Erkenntnisse.


Erstens: Der Verlust war technisch und emotional zugleich. Dateien fehlten und auch das Gefühl,

auf meinem vorbereiteten Fundament zu stehen. Beides braucht Anerkennung,

sonst bleibt es im Hintergrund hängen.


Zweitens: Ein alter Satz tauchte auf, der sofort Druck macht. „Das hätte ich verhindern müssen.“

Dieser Satz zieht Kraft ab, weil er mich im Rückwärtsdenken festhält.

Er erzeugt Schuldenergie, und Schuldenergie baut keine stabile Zukunft.


Drittens: Ein Blick von außen erleichtert Entscheidungen,

die den nächsten sinnvollen Schritt ermöglichen.


Selbstwirksamkeit zeigt sich durch klare Entscheidung

Ich legte eine klare Reihenfolge fest. Zuerst ein zuverlässiges Sicherungssystem aufbauen,

bevor Inhalte neu geschrieben werden. Für Stabilität sorgen und Überblick verschaffen,

damit konstruktive Weiterarbeit möglich ist. Erst danach rekonstruiere ich Schritt für Schritt

und lege wieder los.


Diese Entscheidung fühlte sich nüchtern an und genau das war ihre Stärke.

Sie machte den Weg wieder begehbar.


Abstand ist kein Rückzug. Abstand ist der Moment, in dem ich wieder klar entscheide.


Genau an dieser Stelle wurde der Wert von Selbsthilfewerkzeugen spürbar.

Sie machen einen Unterschied zwischen „ich werde vom inneren Alarm geführt“ und

„ich führe mich durch den Moment“. Sie helfen, starke Emotionen zu regulieren,

ohne sie wegzudrücken. Sie helfen, den Kopf wieder nutzbar zu machen, damit Prioritäten entstehen.


Das ist für mich zielführend. Gefühle sitzen mit am Tisch. Entscheidungen entstehen trotzdem.


Wenn du dich wiedererkennst

Datenverlust ist eine sehr konkrete Form davon, dass dir der Boden weggezogen wird.

Kennst du ähnliche Momente - eventuell aus anderen Bereichen. Ein Plan kippt. Eine Sicherheit bricht weg.

Ein vertraute Partnerschaft kriselt heftig. Dein Kopf kommt kaum hinterherkommt.


In solchen Momenten springt oft derselbe Mechanismus an: retten, laufen, reagieren, alles zugleich angehen oder Lähmung. Diese Mechanismen haben ihre Berechtigung. Doch es braucht Ergänzung.


Abstand schafft diese Ergänzung.


Welche Situation hat dich zuletzt so überrascht, dass du sofort in den Rettungsmodus gegangen bist?


Ein möglicher nächster Schritt

Ich baue meinen Blog gerade auf, und schreibe bewusst über echte Situationen, weil sie greifbar sind. Sie zeigen, wie schnell innere Muster anspringen und sie zeigen auch, wie ein sinnvoller Umgang im Alltag aussehen kann.


Wenn du gerade in einer Ausnahmesituation steckst und du wünschst dir wieder mehr Klarheit, dann lohnt sich ein Blick auf Selbstregulation als Handwerk. In meiner kinesiologischen Begleitung arbeite ich mit einem einfachen, alltagstauglichen Verfahren, das Menschen dabei unterstützt, innerlich wieder ruhiger zu werden und Entscheidungen aus innerer Klarheit zu treffen. Ich nutze es selbst, und genau deshalb gebe ich es so gerne weiter.


Wenn dich dieser Gedanke anspricht, dann entsteht daraus oft ein nächster Schritt: neugierig werden, ausprobieren, eigene Erfahrung sammeln. Genau dort beginnt Veränderung.


✨Fazit

Abstand löst das Problem nicht sofort. Abstand macht dich wieder handlungsfähig. Und wenn du weißt, wie du dich innerlich regulierst, entsteht aus einer Ausnahmesituation ein nächster Schritt Richtung inneren Halt.



❓FAQ´s


Was passiert in einer kinesiologischen Begleitung, wenn ich innerlich „hochfahre“ und keinen klaren Kopf habe?

In einer Sitzung schauen wir zuerst darauf, dass dein System wieder in einen ruhigeren Zustand kommt. Viele Menschen merken, dass der Körper im Hintergrund auf Alarm steht, auch wenn der Kopf schon Lösungen sucht. Über körpernahe Selbstregulation und kinesiologische Testung entsteht oft mehr Orientierung: Was belastet gerade wirklich, was steht im Vordergrund, und welche Reihenfolge bringt dich im Alltag zurück in innere Stabilität.



Kann ich diese Form von Selbstregulation auch zuhause anwenden, wenn mich eine Ausnahmesituation erwischt?

Ja. Genau dafür eignet sie sich besonders. Du nutzt einfache, alltagstaugliche Handgriffe, die deinen inneren Druck senken und deinen Kopf wieder sortieren helfen. Viele erleben, dass damit der Reparaturreflex an Tempo verliert und wieder Raum für Entscheidungen entsteht. In der Begleitung üben wir das so, dass du es eigenständig anwenden kannst, ohne dich von der Situation überrollen zu lassen.